HR Glossar: Neue Recruiter-Rollen

Neue Recruiter-Rollen

Was versteht man unter Recruiter-Rollen?

Die Personalgewinnung ist und wird immer mehr zu einer erfolgskritischen Funktion in Unternehmen. Zudem wandelt sich das Berufsbild des Recruiters seit einigen Jahren. Wohingegen Recruiter früher eher eine Misch-HR-Funktion ausübten, wozu die Fachbereichsbetreuung und stückweise Personalentwicklung zusätzlich zu der eigentlichen Rekrutierung neuer Mitarbeiter gehörte, hat sich das heutige Bild geändert. Viele Aspekte der Talentgewinnung werden immer technischer und verlangen mehr und mehr Kompetenzen im Bereich Digital und Social. Zudem steigt der Wettbewerb um Fachkräfte, sodass eine Spezialisierung der Recruiter notwendig ist, um sich zukunftsfähig aufzustellen und gezielt Fähigkeiten aufzubauen. Im Folgenden werden zu diesem Zweck fünf Rollen für moderne Recruiter vorgestellt.

 

Warum ist die Spezialisierung von Recruitern notwendig?

Die Notwendigkeit sich zu spezialisieren lässt sich aus den Entwicklungen des Marktes und den daraus entstehenden Konsequenzen für das Recruiting ableiten. Der steigende Wettbewerb um Talente bewirkt, dass Recruiting schneller und nachhaltiger werden muss. Außerdem spielt daher auch die Attraktivität des Arbeitgebers aber auch der Recruitingprozesse eine große Rolle. Mehr und neue Technologien fordern den Recruitern ein höheres Verständnis und stetige Weiterbildung ab. Die veränderten Erwartungen der Zielgruppe fordern kandidatenorientierte Prozesse. Als letztes müssen Recruiter aufgrund der steigenden Wichtigkeit von Marken- und Kulturwerten in der Lage sein diese Aspekte im Wettbewerb zu nutzen.

 

Welche Recruiterrollen gibt es?

Ein Marketer versteht und denkt von der Marke und vom Kundennutzen aus, übersetzt den Employer Brand in Kampagnen (ggf. zusammen mit Externen), kennt die Spielregeln des Online-Marketing und die wesentlichen Trends der Online Welt.

Ein Digital-Versteher kann digital Tech nachvollziehen, kennt die Bezugspunkte versch. Tech-Ansätze und kann deren Wirksamkeit/ Zweckmäßigkeit im eigenen Kontext einschätzen, setzt Digital sinnvoll ein, verwendet dabei gezielt relevante Daten unter Berücksichtigung von gesetzlichen Rahmenbedingungen (insb. Datenschutz).

Ein Kommunikator spricht Kunden- und Bewerbersprache, kennt seine Zielgruppen und sucht Dialog zu diesen, kann Kommunikation aufs jeweilige Medium anpassen, ist authentisch, ist stilistisch flexibel und zeigt Flagge für die eigene Funktion und für den eigenen Arbeitgeber (Markenbotschafter).

Ein Vernetzer ist selbst in den gängigen oder zielgruppenspezifischen Netzwerken regelmäßig präsent, sucht aktiv Kontakte, erweitert das eigene Netzwerk und bringt Andere zusammen. Zudem besucht Dieser relevante Events und baut Kontakt zu Experten sowie Influencern auf.

Ein Talent-Hunter betrachtet sich selbst erfolgs- bzw. wirkungsbezogen. Talent-Hunter sind proaktiv statt reaktiv, bauen und pflegen Kontakte zu interessanten Talenten auf und achten auf Potenzial bei Kandidaten. Sie besetzen nicht einfach Stellen, sondern finden Menschen die nachhaltig in den Job passen. Außerdem wertschätzen Sie die Candidate Experience und beherrschen methodensicher die Personalauswahl.

Ein Recruiter kann und sollte mehrere Rollen gleichzeitig einnehmen. Welche Rollen das sind, hängt dabei von der Vorerfahrung, persönlicher Vorliebe oder Situation ab, in der sich der Arbeitgeber befindet. Es ist lediglich darauf zu achten, dass das Recruitingteam in sich Spezialisten aus verschiedenen Schwerpunkten vereint.

Diese Rollen sind selbstverständlich unabhängig vom Geschlecht und gelten gleichermaßen für Frauen wie Männer im Recruiting-Kontext.

 

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